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. Goblins im Lorwyndraft

Ein Draftwalkthrough beim FNM

von Matthias Ludewig am 17.11.2007

Heute war mal wieder Freitag. Zeit, um mal wieder dem Hobby zu frönen. Das heißt: Draft im Thelion. Etwas Arbeit wars, genügend Drafter zusammenzubekommen da Christian und Friedrich als Regulars fehlten, aber zu siebt ging es dann irgendwann los.

Nun also mein Draftwalkthrough.

Insgesamt ist das jetzt mein fünfter Lorwyn-Draft. Bis zu diesem Punkt habe ich immer Elementals zusammengedraftet und hatte immer ein sehr gutes Deck. Insgesamt stehen die RU Elementals 10-4, mit genau einer Niederlage in jedem Draft. Ich würde ja behaupten, das war schon eher Pech (siehe hier), teilweise scheint es aber auch Methode zu haben, denn das Deck hat ein paar nicht so tolle Matchups, beispielsweise GW, was eigentlich nicht so häufig auftreten sollte, da jeder, der sich mit dem Format beschäftigt hat, weiß, dass der Archetyp eher nicht erstrebenswert ist. Aber bei einem typischen Draft haben sich natürlich längst nicht alle mit Theorie beschäftigt. Was an GW so schlecht ist? Die Überlegenheit der Kreaturen und viele kleine Token.

Auf eine Karte, die einige Probleme lösen könnte, bin ich noch von Scrusi hingewiesen worden: Caterwauling Boggart nämlich macht ja auch Wave of Indifference für Elementals und nicht nur für Goblins. Die Karte könnte einige Probleme des Decks lösen. Erstrebenswert für diesen Draft war aber eigentlich, mal ein anderes Deck zu draften ;-). Aber von den roten Karten konnte ich trotzdem nicht ganz lassen. Aber seht selbst:

Pack 1

.

Verlockend...

Ich mache ein sehr leeres Pack auf und sehe als einzig mögliche Karten Tar Pitcher und Smokebraider. Die bessere Karte ist wohl eigentlich der Tar Pitcher, aber ich nehme trotzdem den Smokebraider, einfach weil ich mich bei dem Archetypen bestens auskenne und Goblins nicht so gerne mag. Default ist aber sicherlich andersherum.

Als zweiten Pick bekomme ich dann von Martin Mistbind Clique geschoben. Keine Ahnung, was er darüber genommen haben könnte. Das Signal wird aber natürlich direkt akzeptiert: Feen.

In den nächsten Boostern werden (in etwa dieser Reihenfolge) Dreamspoiler Witches, Pestermite, Aethersnipe, Thieving Sprite, Sentinels of Glen Elendra, Boggart Harbinger und ein später Turtleshell Changeling (sehr stark in diesem Archetypen). Es sieht also sehr stark nach blauschwarzen Feen aus. Das Problem an der ganzen Sache ist aber, dass die Booster alle unheimlich voll von Blaue sind, dass möglicherweise auch mein linker Nachbar, Markus, in blau gegangen ist. Ich habe mehrere Sentinels of Glen Elendra, und Pestermite weitergeben müssen. Das könnte später ein Problem werden. Und als dann auch noch der aufgemachte Tar Pitcher wieder zu mir zurückkommt — wie gesagt aus einem sehr sehr leeren Pack — ist das ein eindeutiges Signal.

Pack 2

Der zweite Booster, den ich öffne, stellt mich vor die Wahl Scion of Oona oder Mulldrifter. Im Feendeck gewinnt wahrscheinlich der Scion of Oona ziemlich klar, da 3-drops in dem Deck erstens Mangelware sind und der Scion auch noch die Dreamspoiler Witches auslöst. Dazu gibts natürlich richtig gute Fähigkeiten. Ich habe mich trotzdem für den Mulldrifter entschieden. Der Grund hierfür liegt darin begründet, was ich eben schon angesprochen habe: Ich war völlig außerstande, blau zu cutten und musste befürchten, sehr wenig blau zurückzubekommen. Der Mulldrifter ist in unklaren Situation, ob ich ein richtiges Feendeck zustandekriege, die bessere Karte, da man ihn sehr gut splashen kann. Und außerdem habe ich noch den Smokebraider, sollte ich doch rot spielen, die einen Blausplash für Mulldrifter deutlich vereinfachen.

Der nächste Pick sollte mich für meine Entscheidung direkt belohnen: Wort, Boggart Auntie wird natürlich sofort gepickt. Im nächsten Booster kommt Changeling Berserker und nun sieht es immer mehr so aus, als müsste ich doch in Rot/Schwarz gehen. Im selben Booster ist noch ein Flamekin Harbinger (mein Plan, den zu tablen läuft aber schief, irgendwer hat ihn dann rausgepickt). Dafür kommt noch ein Smokebraider. Vorher aber bekomme ich noch Caterwauling Boggart und einen zweiten Boggart Harbinger, damit ich Wort auch wirklich immer habe :-).

Nachdem Booster 2 vorbei ist, sieht es also ganz nach einem Goblin/Elemental Deck aus, wahrscheinlich mit dem Splash für Mulldrifter und Aether Snipe. Wie stark der Elementalteil wird, ist noch die Frage.

Pack 3

Tatsächlich bekomme ich noch Mad Auntie als zusätzliches Tantchen für mein Deck der alten Muttis. Das erst aber als vierten oder fünften Pick. Vorher schiebt mir Martin noch als zweiten Pick Chandra Nalaar weiter. Als sehr gute Karten kommen noch ein Fodder Launch, Mudbutton Torchrunner und das obligatorische Tar Fire zur Kombination mit Wort. Großartig.

Und das Deck sieht dann auch sehr gut aus, wie ich mir es gar nicht erhofft hatte nach dem Farbgewechsel zwischen dem ersten und zweiten Booster:


1 Flamekin Bladewing
1 Knucklebone Witch
2 Smokebraider
1 Fire-Belly Changeling
1 Soulbright Flamekin
1 Mudbutton Torchrunner
1 Mad Auntie
1 Spiderwig Boggart
2 Boggart Harbinger
2 Caterwauling Boggart
1 Hornet Haraser
1 Wort, Boggart Auntie
1 Tar Pitcher
1 Changeling Berserker
1 Mulldrifter
1 Aethersnipe

1 Boggart Birth Rite
1 Tarfire
1 Consuming Bonfire
1 Fodder Launch
1 Chandra Nalaar

1 Shimmering Grotto
1 Island
8 Mountain
7 Swamp


Kurz zur Strategie: Das Problem der meisten Goblindecks ist, untypischerweise, das Fehlen von 2-drops. Die einzig guten sind Adder-Staff Boggart — unspektakulär aber recht solide — und Squeaking Pie Sneak, eine Uncommon. Danach geht es massiv bergab: Boggart Sprite Chaser, Nath's Buffoon und vor allem Exiled Boggart sind alles ziemlich mies und wollen ungern im Maindeck mitspielen. Recht gute Lückenfüller sind hier die Elementals: Soulbright Flamekin ist eine solide Karte für ein Beatdowndeck, und Smokebraider ist auch häufig recht gut. Fire-Belly Changeling nicht zu vergessen, der auch ein Goblin ist. Aufgewertet wird er, wenn Smokebraider mit von der Partie ist, denn dann hat man öfter das Mana um ihn größer zu machen.

Alle 3 profitieren natürlich vom Caterwauling Boggart.

Ach ja, das Deck hat tatsächlich 41 Karten, aber ich wusste einfach nicht, was ich noch herausnehmen sollte. Der 4-Mana-Slot war unantastbar, weil die Karten zu gut sind, 1- bis 3-Mana-Slot sollten nicht weiter verjüngt wegen, der Kurve halber, und Mull Drifter und Aethersnipe herauszunehmen hätte sowohl Flamekin Bladewing als auch Smokebraider wieder ein ganzes Stück schlechter gemacht. Die schlechteste Karte war wohl Boggart Birth Rite, aber die Möglichkeit, eine tote Wort nochmal wiederholen zu können, fand ich sehr verlockend.

Nach dem Boarden konnte ich dann aber meistens auf 40 Karten reduzieren.

Kurzer Spiel-Walkthrough

In Runde 1 bringt Niels gegen mich das Deck an, was ich eigentlich nach Booster 1 bauen wollte: Schwarzblaue Feen. Ich nehme Mulligans, ziehe ein paar Länder nach und er legt ganz viele Flieger. Das war Spiel 1.

In Spiel 2 darf ich aber anfangen, lege in Runde 1 den Bladewhirl, Runde 2 Fire-Belly Changeling und Runde 3 Mad Auntie. Er macht erst in Runde 4 seinen ersten Spell, als ich — Sentinels of Glen Elendra vorhersehend — Caterwauling Boggart vor dem Angriff spiele und er Faerie Trickery spielen muss. Interessant übrigens, wie gut Counter in diesem Format sind. Fast sieht es dann noch so aus, als könnte er auf 2 Leben stabilisieren, aber dann habe ich das Mana um Chandra Nalaar zu legen, die ihm einen macht, den Angriff überlebt und dann noch einen mitgibt.

Das dritte Spiel gewinnt der Changeling Berserker: Zweimal wird er nicht geblockt, das dritte mal darf er nicht geblockt werden denn er hat Furcht wegen dem Spinnengoblin und für die restlichen 5 Schaden wirft er sich in Fodder Launch — Niels hat nichts mehr um die Niederlage zu verhindern. Ich hatte vor dem Fodder Launch noch Zeit, Chandra Nalaar zu legen um Faerie Trickery zu ziehen, was er aber nicht hat. Den Planeswalker kann er abrüsten, aber dann ist er tot, obwohl er gerade dachte, er hätte den Sieg so gut wie im Sack, denn ich wäre auch nächste Runde tot gewesen.

.

Das Tantchen... MVP! Hauptsache es wird nicht ausgepeitscht...

Martin bringt in Runde 2 ein GW Treefolk-Deck, was Runde 1 immer Treefolk Harbinger legt. Ich gewinne aber mit Mudbutton Torchling und Wort, die jede Runde 4 unblockbare Schäden machen. Gut, den Torchling hätte er blocken können, aber der Harbinger war leider 1/4 durch Runed Stalactite...

Das nächste Spiel wird er einfach ganz brutal von Mulldrifter in Turn 3, Aether Snipe in Turn 4, Boggart Harbinger auf Fodder Launch umgetreten. Und dabei hatte er Imperious Perfect. Sorry nochmal.

Im Finale geht es dann gegen Markus mit UW Merfolk. Ich bin erstmal im Tiefschlaf, was man zu Beginn nie sein sollte, denn Markus sagt jedes Mal "Fang ich an", obwohl noch gar nicht gewürfelt wurde — und diesmal klappt es auch, weil ich einfach "ok" sage. Nice.

Das Spiel ist dann auch schnell vorbei, weil er mit Judge of Currents, Merrow Rejeery anfängt. Ich suche mir mit dem Harbinger einen Shock nach oben, aber er legt unverzagt Ajani Goldmane und stampft mich unangespitzt in den Boden.

Das zweite Spiel wirft er dann weg, als er in meinen ungetappten Spiderwig Goblin angreift, der eben schon meinem Changeling Berserker Furcht gegeben hat. Und das obwohl ich Wort im Spiel hab. So bekommt der Berserker einfach nochmal Furcht und nimmt ihm seine letzten 3 Leben... Gewonnen hätte er aber wohl trotzdem nicht.

Der Decider sieht schon sehr schlecht aus, bei ihm zeigt sich wieder Merrow Rejeery und Ajani, dazu Inkfathom Divers, obwohl er Mulligan auf 5 genommen hat. Und als ob das noch nicht genug wäre, bin ich screwed auf schwarz und habe meine einzige Insel gezogen, so das das Meervolk unblockbar ist. Er bemerkt es sogar, scheint es aber von einem auf den anderen Zug zu vergessen, denn er geht einen zweifelhaften Trade ein: Die Inkfathom Divers blocken zusammen mit Merrow Rejeery meinen Fire-Belly Changeling (Caterwauling Boggart ist im Spiel), die Divers bekommen 3 Schaden und Hurly-Burly nimmt sie mit in den Abgrund und auch der Rejeery stirbt am ablebenden Mudbutton Torchling.

Der Ajani hat vorher keine Marken verteilt, weil er dann wohl bald am Torchrunner gestorben wäre. Hätte er das aber gemacht und einfach mit einem 5/5er viermal unblockbar angegriffen hätte er wohl sicher gewonnen. So hat er keine Kreaturen und keine Handkarten um Ajani zu beschützen. Ich ziehe dafür schwarzes Mana und Wort gewinnt das Spiel.

Endlich also auch mal einen Draft gewonnen, als Rares Chandra Nalaar und Mad Auntie abgegriffen und freudig nach Hause gegangen. Man sieht sich beim nächsten mal

tschö

—Kofi
Kommentare
von EricWinkler | 19.11.2007 um 15:07 Uhr
Avatar Nice artikel

aber welche karte hast du denn dann immer rausgeboardet?

Das ist auf jeden FAll ne schwere Entscheidung, weil du halt 2 tribes im Deck hast, und wenn man da schon eine Karte von etwas cuttet, wird es schon deutlich schlechter. Aber an wahrscheinlichsten ist schon das Birth Rite oder vlt noch eher der Flamekin Bladewhirl, weil du zu wenig Elementals hast...
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von Kofi | 19.11.2007 um 17:02 Uhr
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