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. PTQ Leipzig

Mal wieder ein Magic-Wochenende

von Matthias Ludewig am 03.12.2007

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Über diesen Artikel: Wo alle ins Funtainment nach Berlin zum Grand Prix Trial fuhren, scheute ich nicht die Fahrt nach Leipzig um im tiefsten osten einen Flug in den noch tieferen Osten zu gewinnen...

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Gerade mal 37 Spieler fanden sich waren in Leipzig dabei, um zwei Flüge nach Kuala Lumpur zu gewinnen. In Frankfurt eine Woche vorher kämpften beim GP Trial in Frankfurt 43 Teilnehmer um zweimal 3 Byes und 60 Euro Fahrtkosten nach Stuttgart. Und auch aus Berlin wollten offenbar viele lieber GPT im Funtainment spielen, als die Stunde Fahrt nach Leipzig zu machen um sich für die Pro Tour zu qualifizieren.

Ich war dabei und ich hatte auch kein schlechtes Deck. Aber man wird wieder sehen, dass ich meine Niederlagen auch selber zu verantworten habe. Dazu aber später.

Zunächst mal eine kurze Notiz zum PTQ eine Woche vorher in Berlin: 1-2 war das Ergebnis, mit einem ziemlich schlechten Deck, was dann von Garruk und Incendiary Command auseinandergenommen wurde. 5-color Goblins ist nicht wirklich der beste Archetyp und es gab insgesamt zu wenig Goblins um zu überspielen, dass sie doch für sich allein genommen meistens ziemliche Lappen sind. Aber der Splash von Imperious Perfect, AEther Snipe und Oblivion Ring dank dreier Vividländer (eins schwarz, eins blau, eins grün), einer Shimmering Grotto und Springleaf Drum zeigt schon meine Fähigkeit, das richtige Manafixing zu ziehen. Und auch in Leipzig war es nicht anders.

2 Goldmeadow Harrier
1 Sygg, Riverguide
1 Deeptread Merrow
1 Spellstutter Sprite
1 Harpoon Sniper
1 Paperfin Rascal
2 Sentinels of Glen Elendra
1 Dreamspoiler Witches
1 Wydwen, the Biting Gale
1 Mulldrifter
1 Warren Pilferers
1 Giant Harbinger
1 Lairwatch Giant
1 Arbiter of Knollridge

1 Lash Out
1 Eyblight's Ending
1 Glimmerdust Nap
1 Crip Swap
2 Neck Snap
1 Final Revels

2 Shimmering Grotto
2 Vivid Creek
1 Vivid Meadow
1 Swamp
6 Plains
5 Island


Im Sideboard war noch

Thoughtseize
Kinsbaile Balloonist
Etheral Whiskgill
Weed Strangle
Ego Erasure
Runed Stalactite
Moonglove Winnower

Im Nachhinein hätte der Giant Harbinger nicht ins Deck gehört, aber vor allem auch deswegen, weil der deutlich besser gegen nichtblaue Decks ist, als gegen alles andere: Er macht den Boden ganz gut zu und sucht Crip Swap, bzw. den (eventuell spielentscheidenden) Arbiter of Knollridge. Allerdings ging es die ersten vier Runden gegen Blauweiße Decks mit Splash für Schwarz. Was ist denn hier los? Viermal komplettes Mirrormatch? Auch nicht ins Deck gehört der Lairwatch Giant, da wäre wohl jede der unterhalb der Deckliste aufgeführten Karten besser gewesen, ich habe ihn einfach überschätzt.

Ansonsten sieht man direkt die Stärke des Decks: Viele Flieger, viel Removal und ein paar Klobos aber so gut wie keine Tribalsynergien: Sygg der Flussführer darf seine Dienste nur drei anderen Meervölkern anbieten (im Sideboard war noch Judge of Currents, aber in diesem Deck ist der einfach zu schlecht), einzig die Dreamspoiler Witches harmonieren ganz gut mit den anderen Feen. Deshalb heißt das Deck auch "Tribes United"... nur die Baumvölker dürfen nicht mitspielen.


Total Mirror

.

Das harsche Lüftchen

Das erste Spiel des Turniers war ein sehr langes. Und auch ein sehr spannendes. Wir fangen beide damit an, in Runde 3 einen Harpoon Sniper zu legen. Er hat allerdings auch noch Silvergill Douser — wie man sehen wird, fast der einzige Unterschied zwischen unseren beiden Decks. Ich spiele stattdessen Dreamspoiler Witches und als er nächste Runde Sygg spielt (ja ne is klar), kann ich zwar mit Crib Swap sowohl Sniper als auch Douser umbringen, gebe ihm dadurch aber einen Changeling-Meervolk-Token, der mit Sygg nicht schlecht ist — zum Beispiel darin, meinen Arbiter of Knollridge effektiv aufzuhalten. Außerdem hat er noch einen Kithkin Healer, der zusätzlich gegen meinen Harpoon Sniper schützt.

Ich mache währenddessen einigen Luftschaden mit den Dreamspoiler Witches, irgendwann spielt er dann im Angriff Wydwen, the Biting Gale. Alles klar, mein Freund... ich muss eines meiner beiden Neck Snap benutzen (Wydwen hüpft natürlich direkt wieder hoch) um meine Witches zu retten. Anschließend macht er ein bischen Beatdown mit Wydwen und Sygg, während ich nicht mehr viel mache: Ich habe nämlich die Hand mit 5 Spells gehalten, direkt im Anschluss kam der sechste Spell und danach 8 Länder in Folge. Als das Board so schlecht aussieht, dass ich fast unmöglich gewinnen kann, zeigt sich dann, wie stark Mulldrifter ist: Er zieht nämlich meine eigene Wydwen und Lash Out. Schöne Sache. Und direkt im Anschluss ist er dann zu gierig: Ich bin nur noch auf 9 Leben und habe keinen Flieger zum blocken, also spielt er Final Revels und gibt allen Kreaturen +2/+0. Dann der Angriff mit Sygg und Wydwen. Zunächst benutze ich mal Harpoon Sniper auf den Sygg und er bezahlt 1W um ihn zu schützen: Was ihm bleibt, ist UWB. Ich spiele Neck Snap auf Wydwen. Er überlegt sehr lange, kommt wohl zu dem Schluss, dass er noch Sygg Mana für die Defensive braucht und lässt Wydwen sterben. Also kommt end of turn meine eigene Wydwen. Mein Angriff bringt ihn dann auf nur noch 3 Leben, er tappt sich aus, um dem blockenden Changeling Token Schutz zu geben, in Response wird der vom Harpoon Sniper umgeschossen. Und, da er jetzt ausgetappt ist, wird Sygg mit Lash Out beziehlt. Ich gewinne den Clash.

Das zweite Spiel ist ziemlich uninteressant, ich habe Wydwen und viele Flieger, er ist flooded.

Er hat tatsächlich ein fast identisches Deck: Neben den Rares auch Final Revels, Crips Swap, Eyeblights Ending und sogar das Lash Out, letzteres allerdings im Sideboard, weil er weniger Manafixing hat als ich. Das nur ein Vorgeschmack auf das, was da kommen sollte, nämlich weitere 3 UWb Gegner in den nächsten drei Runden.

Das nächste Match ging dann direkt verloren, sodass ich mal wieder metaphorisch "mit dem Rücken zur Wand" stand. Und das lag meiner Ansicht nach an einer falschen Spielantizipation im ersten Spiel. Statt in das Board volllegen zu lassen und dann seine kleinen Männer mit Final Revels zu entsorgen, lege ich selber Kreaturen (Witches, Deeptread Merrow) und kann ihn gut racen, da er Inseln, aber keine Flieger hat. Er macht dann ziemlich unfaire Dinge mit Cloudgoat Ranger und und Makeshift Mannequin, trotzdem würde es reichen, dank unblockbarer Schäden mit durch Final Revels verstärkten Männern, er hat aber das Removal parat und das wars. Ich kann im Nachhinein nicht genau sagen, ob es besser gewesen wäre, Kreaturen auf der Hand zu sammeln und auf Final Revels zu bauen. Dagegen sprach, dass ich doch recht viel Schaden hätte nehmen müssen und ich obendrein das Mana für Final Revels noch nicht zusammen hatte. Ich muss mir aber auf jeden Fall den Vorwurf machen, dass ich nicht genug über die Möglichkeit nachgedacht habe, auf Final Revels zu spielen, sondern einfach ebenfalls Kreaturen ausgespielt habe, wie auf Automode. Von daher geht das Spiel auf meine Kappe.

Das nächste gewinne ich leicht, im dritten bin ich Flooded...


Rules Cheese

Zu ein paar unklaren Situationen kam es im nächsten Match. Hier gab es einige erhitzte Gemüter (vor allem auf der entgegengesetzten Seite des Tisches), und ich saß am Ende auf der vorteilhaften Seite der Judgeentscheidung. Ich versuche zunächst einmal, die Situation objektiv zu schildern.

Das erste (wieder mal ziemlich lange) Spiel habe ich nach einiger Zeit schon verloren und wir sind mitten im zweiten Spiel. Die Boardposition sieht folgendermaßen aus:

Meervolk vs. Meervolk

Ich habe einen getappten Sygg, River Guide und einen ungetappten Paperfin Rascal, er hat einen Stonybrook Angler und greift mit Paperfin Rascal und Streambed Aquitects an. Ich spiele Neck Snap auf Streambed Aquitects. Er lässt es resolven und ich deklariere den Paperfin Rascal als Blocker. Er sagt "Moment, so einfach geht's nicht" und aktiviert Stonybrook Angler auf meinen Rascal.

Ich sage "Ok, ähm... moment, dann gebe ich meinem Schutz." Während ich das sage, tappe ich den Rascal schon und drehe ihn dann wieder zurück. Unklar ist, ob ich die Karte losgelassen habe, und wieviel Zeit zwischen tappen und wieder enttappen vergangen ist. Ich bin der Meinung, dass ich die Karte nicht losgelassen habe, während er dann sogar meint, er hätte währenddessen schon Lebenspunkte aufschreiben wollen, was definitiv Unsinn ist, denn wenn meine Finger die Karte kurzzeitig nicht mehr berührt haben, dann weniger als eine Sekunde.

Hier gibt es nun eine ganze Reihe von Facetten.

Zunächst einmal hat es was mit der Art zu tun, wie ich in dem Moment gespielt habe. Nämlich blieb keine Zeit, jede Aktion hundertprozentig zu durchdenken, weil ich 0-1 hinten lag und die Zeit schon relativ weit fortgeschritten war. Darum kommt es eher einmal vor, dass ich eine Karte tappe und wieder enttappe (was bei Mana zumindest stets völlig ok ist). Bei Kreaturen ist dies meiner Auffassung nach auch bis zu einem gewissen Grad völlig akzeptabel, solange tappen und enttappen in einer Handbewegung geschieht, bzw. die Karte noch nicht losgelassen wurde. Dieser Ansicht war offensichtlich auch der Judge Martin Golm, der in der Folge zu ergründen suchte, welche Auffassung denn nun die Richtige sei.

Und gerade das war sehr schwer herauszufinden. Mein Gegner wollte ganz genau auf meine Hände geachtet haben, weil ich im ersten Spiel "so eine Action schonmal gebracht" hätte, nämlich dass ich eine Karte getappt und direkt wieder enttappt hätte. Das ist auch wahr und ich habe ihm in der Situation auch direkt angeboten, einen Judge zu gerufen, was er aber nicht tat. Nun gab er an, die ganze Zeit auf meine Hände geachtet zu haben und sie wären definitiv von der Karte weggewesen vor dem enttappen. Im Nachhinein frage ich mich, wie es dann sein kann, dass er schon am Lebenspunkte Aufschreiben gewesen ist, wie er auch sagte. Ein Freund von ihm, der direkt daneben saß, hatte nicht auf meine Hände geachtet, also keine Hilfe in der Aufklärung hier (übrigens hat der Freund sich super fair verhalten die ganze Zeit, props dafür). Martin fragte dann, wieviel Zeit vergangen sei zwischen dem tappen und enttappen und ich gab an "auf jeden Fall weniger als eine Sekunde". Mein Gegner sagte jedoch, er sei überhaupt nicht in der Lage, eine Zeit zu nennen.

Spielerisch muss man natürlich sagen, dass auf beiden Seiten etwas nicht optimal gelaufen ist. Er hätte natürlich die Aquitects in Response auf das Neck Snap mit dem Angler enttappen müssen um dem Rascal +1/+1 und Islandwalk zu geben. Und genauso hätte ich zunächst fragen müssen, ob ich Blocker deklarieren kann und dann das Neck Snap erst in Response auf die Enttappfähigkeit spielen müssen.

Noch auf die Frage hin, wie so etwas überhaupt eskalieren kann: Ein sehr unsympatisches Auftreten, zurschaugestellte Selbstsicherheit und Arroganz sowie bescheuerte Versuche, mich zu verunsichern, führen eben dazu, dass ich keine Lust habe, irgendetwas zu verschenken. Tut mir Leid, alle anderen Gegner an diesem Tage waren wirklich sympatisch, aber wer absichtlich auf eine angespannte Spielatmosphäre legt, der bekommt sie eben auch. Mal mit positivem, mal mit negativem Effekt. In diesem Fall mit positivem: Martin Golm lässt mich Schutz geben und blocken, er verliert seinen Mann und sehr viele Turns später im vorletzten Extrazug auch das Spiel, als ich ihm mit mehreren Kithkintappern genau seinen letzten Blocker wegtappen kann und so genau auf 0 Leben bringe. Hätte er seinen Rascal nicht verloren, wäre das wohl anders ausgegangen.

That's Magic?


Zu erfreulicherem und ebenso unerfreulichem...

Die nächsten beiden Runden sind recht unspannend, ich gewinne das vierte Mirrormatch, werde dann einmal von Mournwhelk besiegt, gewinne dann aber dank der überragenden Kombination von Marsh Flitter und Hornet Harasser und keinen Kreaturen auf meiner Seite mit Eyeblight's Ending auf den Goblin das Spiel (nein, es gibt keine Möglichkeit, die Fee zu retten und der Judge konnte dies bestätigen ;-)).

Mit 3-1-1 muss ich noch eine Runde gewinnen um draften zu dürfen und muss ausgerechnet gegen den Sören spielen, der 3-0-2 steht. Wir kennen uns seit dem GP Krakau recht gut und sind dementsprechend nicht begeistert, dass wir gegeneinander spielen müssen. Vor dem Spiel bestimmen wir, wer aufgibt, wenn die Angelegenheit ein Draw wird und das sollte er sein — was, wie man sieht noch wichtig werden wird.

Wo ich's hier verzockt habe? Mal wieder im ersten Spiel. Und zwar weil ich die Synergie von Changeling Titan und Warren Pilferers übersehen habe. Also blocke ich mit Lairwatch Giant und Wydwen den Titan tot — nur damit die Pilferers direkt wieder zum Vorschein kommen, ihn wiederholen und so schnell wie gekommen auch wieder verschwinden. Scheiße. Wieder einmal verliere ich dutzende Züge später das Spiel, was eventuell andersherum ausgegangen wäre, hätte ich den Giant nicht einfach weggeworfen. Das nächste Spiel mit nur noch 15 Minuten auf der Uhr ist dann unheimlich spannend. Es spielt Not gegen Elend. Ich ziehe fast das ganze Spiel nur Ebenen und Inseln und schwarze oder rote Karten (das einzige Mal, dass ich Farbprobleme habe!) Dann aber kommt endlich die Grotto, ich spiele den Giant Harbinger und suche Crib Swap, nehme einen Schlag vom Changeling Titan und greife nächste Runde mit allem an, um irgendwie zu gewinnen. Ich sehe schon den Plan aufleuchten, aber er spielt Final Revels und das reicht, um zu gewinnen. Ich zeige ihm meinen Plan: End of Turn Crib Swap auf den Changeling Titan und dann in meinem Zug Final Revels auf sein gesamtes Board. Giant Harbinger und viele Handkarten gegen nichts und wenige Handkarten hätte wohl gewonnen. So wars das mit Top 8.

Ich beobachte noch Sörens Draft und sehe den schweren Fehler, dass er das zweite Fertile Ground weitergibt. So hat er nur eine halbgute Manabasis um seine Bomben Ajani, Garruk und Brion Stoutarm auszuspielen. Und daran wird er wohl auch im Halbfinale gescheitert sein, gegen Olafs Fische. Na ja, dem Olaf ist es auch zu gönnen :-).

Bis dann,

Matthias
Kommentare
von EricWinkler | 04.12.2007 um 00:54 Uhr
Avatar nice article

Aber warum verbauerst du es denn immer, grade die Pilferer-Titan-Aktion ist halt schon offensichtlich...

Was die Revels Sache angeht, dass ist schon wieder was ganz anderes, sowas kann man vorher einfach schlecht wissen, grade wenn das Mana fehlt.

Und ich hatte eigentlich damit gerechnet, dass du bei dem 40 MAnn PTQ Top8 machst und dann alle besiegst, schade drum :-(
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von Kofi | 04.12.2007 um 10:21 Uhr
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von DarkGhost | 04.12.2007 um 20:36 Uhr
Avatar Nice Artikel, hat mir sehr gut gefallen :-)
Schade das es nicht gereicht hat :-(, vielleicht klappt es in Stuttgart mit Top 16 Finish ;-)
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von JanS | 04.12.2007 um 21:56 Uhr
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von failte_go | 05.12.2007 um 13:07 Uhr
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von Kofi | 05.12.2007 um 16:09 Uhr
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